Neue Naturschutzstudie zur Wiesenbewässerung

On 12.07.2013, in News, by TRENDINGS

Im Sommer auf dem Land sieht man sie überall: saftig grüne Wiesen. Was die Bauern heute hauptsächlich mit künstlichem Dünger erreichen, schafften sie jahrhundertelang auf natürliche Weise, indem sie die Wiesen einfach für eine gewisse Zeit unter Wasser setzten. Auf diese Weise gelang es ihnen, die Heuernte zu steigern. Doch seit sich der Kunstdünger seit den 1950er Jahren immer mehr durchgesetzt hat, findet diese Form der „Düngung“ kaum noch Anwendung. Es mag zwar nicht den Anschein haben, aber auch die Zahl der Grünflächen ist seitdem zurückgegangen und mit ihr die Artenvielfalt. Denn der Einsatz von Kunstdünger hat oftmals eine Vereinheitlichung der Pflanzenarten zu Folge.

Doch gerade für den Naturschutz könnte die traditionelle Wiesenbewässerung von großer Bedeutung sein und weil es kaum wissenschaftliche Studien darüber gibt, nimmt das Institut für Umweltwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau sie jetzt genauer unter die Lupe.

Das Projekt sieht es vor, in der Region Landau in den Monaten April und Juli bzw. August die Bäche aufzustauen und so die Wiesen zwei Tage lang unter Wasser zu setzen. Danach würden sie mit Hilfe von Gräben und Rinnen wieder trockengelegt. Projektleiterin Dr. Constanze Buhk vom Institut für Umweltwissenschaften ist sich sicher, dass dieser Zeitraum ausreichend ist, damit die Wiesen alle Nährstoffe des Wassers gut aufnehmen können. Das Team um Buhk nimmt an, dass durch die Bewässerung die Nährstoffe besser verteilt werden, was zu einer Einsparung von Kunstdünger beitragen könnte. Ob sich die Artenvielfalt dann dadurch tatsächlich erhöht, wollen die Forscher in dem Projekt herausfinden. Durch die Bewässerungsgräben würde zudem ein zusätzlicher Lebensraum für wasserliebende Tier- und Pflanzenarten geschaffen werden.

Aber nicht nur aus der Sicht des Naturschutzes soll die Wiesenbewässerung analysiert werden, auch die Landwirtschaft und der Tourismus finden Berücksichtigung. So sollen Landwirte und auch die einheimische Bevölkerung befragt werden, was sie von der Wasserbewirtschaftung halten und welche Nutzen sie darin sehen bzw. welche Nachteile dadurch entstehen könnten (z.B. Kosten).

Unterstützt wird das Forschungsvorhaben von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 170.000 Euro. Zudem haben sich sechs Landauer landwirtschaftliche Betriebe, der Landschaftspflegeverband Südpfalz Landau, die Aktion PfalzStorch und die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen.

Bildquellenangabe: KonradLindenberg / flickr

 

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