Das Handy liegt nach wie vor am besten in der Hand und die meisten Nutzer nehmen es stündlich mehrmals und sehen nach, wer getwittert hat, bei Facebook online war oder einem Mail geschickt hat. Im Gespräch mag das einfach nur unhöflich und respektlos wirken, doch im Straßenverkehr kann es sogar gefährlich werden. Hinterm Steuer ist der Blick aufs Handy bereits untersagt, doch auch Fußgänger könnten bald gemaßregelt werden, denn die Unfallzahlen durch die sogenannten Smartphone-Starrer steigen jedes Jahr weiter an. In den USA gibt es bereits etliche Studien, die belegen, dass auch vielbefahrene Kreuzung mit gesenktem Blick überquert werden, weil das Handy wichtig scheint als das eigene Leben und in mehreren Städten entwickelt man bereits Warnsysteme für Fußgänger, die ihren Blick starr auf das Handy gerichtet haben.

Phubbing ist beliebt und verpönt zugleich

Als Phubbing bezeichnet man den ständigen Blick auf das Display, auch wenn man sich gerade mitten im Gespräch, in der Fußgängerzone  oder im Meeting befindet. Das Modewort setzt sich aus Phone und snubbing zusammen, was so viel wie „gleichgültig abweisen“ bedeutet. Normale Bürger, Prominente und Politiker sind gleichermaßen vom Phubbing befallen und auch Frau Merkel oder Herr Obama können sich dem ständigen Drang nicht ganz entziehen. Vielleicht findet die Technik hier eine praktikable Lösung, denn sobald Kontaktlinsen oder Brillen die Inhalte des Displays direkt vor das Auge projizieren können, kann der Blick geradeaus gerichtet werden und der Gesprächspartner hat zumindest wieder das Gefühl nicht völlig ignoriert zu werden.

Sprechende Busse und LEDs sollen warnen

In Portland im Bundesstaat Oregon experimentiert man mit sprechenden Bussen, die Smartphonestarrer im Straßenverkehr warnen sollen. Die FAZ berichtete bereits über die geplanten Maßnahmen zur Senkung der Unfallzahlen. Busse sollen die Fußgänger akustisch waren und damit mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. „Fußgänger, der Bus biegt ab“ oder ähnliche Sätze ertönen aus Lautsprechern und sollen so die Unfallzahlen sinken lassen. Blinkende Leuchtsignale werden ebenfalls getestet, denn noch möchte man nicht mit Gesetzen und Strafen arbeiten und zuerst aufklärende Maßnahmen ausschöpfen.

Foto: micurs cc

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