Was technisch machbar ist, scheint auch gemacht werden zu müssen. So zumindest sieht es Google und plant offenbar eine smarte Kontaktlinse. Eine eingebaute Kamera soll dann Daten sammeln und an andere Geräte weiterfunken können. In erster Linie geht es darum, den Blutzuckerwert zu kontrollieren, damit Diabetes-Patienten rechtzeitig darüber informiert werden können, doch die technischen Möglichkeiten bieten weitaus mehr Optionen.

Das Forschungslabor testet bereits

Google X heißt das Forschungslabor des Internetriesen und dort finden bereits die ersten Tests mit der smarten Kontaktlinse statt. Zwischen zwei Schichten wurde ein Sensor integriert und ein Mini-Funkchip, der die gesammelten Daten weiterleiten kann. Glukosewerte werden so in der Tränenflüssigkeit gemessen und es gibt bereits mehrere klinische Studien, in denen die Google Kontaktlinse erprobt wurde. Über eine Smartphone App können die gesammelten Daten ausgelesen und verwertet werden. Wie Der Spiegel bereits im Januar 2014 berichtete, überlegt man bei Google auch die Integration von Mikro-LEDs in die Linse, die dann für optische Warnsignale genutzt werden könnten. Google ist nicht allein mit der Idee, das menschliche Auge mit Technik zu verknüpfen, denn auch das Fraunhofer Institut und mehrere Forscher arbeiten an Projekten, mit denen der Blutzuckerspiegel direkt am Auge gemessen werden kann oder entwerfen Kontaktlinsen, die das Handydisplay auf das Auge projizieren können.

Die wearable Technology boomt

Wearable Technology, also die „Verdrahtung des Menschen“ hat schon längst begonnen. Mit funkenden Armbändern und Google Glass sind bereits die ersten Meilensteine erreicht, doch die technischen Möglichkeiten sind damit noch lange nicht ausgeschöpft. Eine Kontaktlinse, die Livebilder an ein Handy senden kann, könnte auch zu Spionagezwecken eingesetzt werden. Die Technik darin ist heute schon so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist und geheime Verhandlungen mit Unternehmen zu dokumentieren oder die heimliche Live-Übertragung von nackten Körpern sind da nur zwei der unendlich vielen Möglichkeiten. Wie die Gesellschaft und der Gesetzgeber mit den neuen Möglichkeiten umgehen wollen, ist noch nicht entschieden und sicherlich werden hier noch viele Antworten gesucht, ehe die smarte Kontaktlinse beim Optiker zu kaufen sein wird.

Foto: tobstone cc

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.