Die Strompreisentwicklung in den letzten Jahren lässt so manchen Haushalt im Winter frieren, einfach weil die Kosten explodieren. Da sind Preissenkungen um 0,03 Cent per Kilowattstunde nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es gibt aber einen Trend, der den Strommarkt schon in wenigen Jahren komplett durcheinander würfeln könnte, denn immer mehr Häuslebauer und Vermieter setzen einfach auf Selbstversorgung. Noch vor zwei Jahren war Die Welt davon überzeugt, dass es noch Jahrzehnte bis zu einem deutlichen Selbstversorgungstrend dauern könnte, doch die technischen Fortschritte sind schon heute unübersehbar.

Solarstrom lässt sich inzwischen speichern

Ein Blockheizkraftwerk in Rollkoffergröße im Keller, das Hausdach voller Solarplatten und ein Batteriekasten und ein Warmwasserspeicher sind die Hauptzutaten für alle, die sich gern vorwiegend selbst mit Strom versorgen. Etwa 30.000 Euro müssen investiert werden, damit ein Einfamilienhaus sich zu mehr als 80 Prozent selbst mit Energie versorgen kann und nicht nur umweltbewusste Häuslebauer nehmen dieses Geld gern in die Hand. Der Trend ist bereits bei den großen Energieversorgern angekommen, wie auf spiegel.de nachzulesen ist, denn bei E.on nannte man den Selbstversorgungstrend als Grund für die Aufspaltung des Unternehmens.

Die Speichermöglichkeiten werden immer besser

Noch vor einigen Jahren war vor allem das Speichern von selbst erzeugtem Strom ein Problem, doch inzwischen gibt es verschiedene technische Möglichkeiten und jede davon passt in einen normalen Kellerraum. Die Energieversorger werden umdenken müssen und ihre Hauptaufgabe, nämlich die Stromerzeugung, könnte bald unrentabel werden. Das Verteilen des vorhandenen Stroms wird vielleicht schon in wenigen Jahren wichtiger, denn wenn noch mehr Haushalte sich selbst versorgen und Strom speichern, kann im Moment nicht benötigte Energie zum Nachbarn geschickt werden, wenn dort Herd, Waschmaschine und Staubsauger gleichzeitig laufen. Internetgestützte Steuersysteme sorgen schon heute dafür, dass man den aktuellen Verbrauch im eigenen Haus nicht nur sehen, sondern auch steuern kann und intelligente Waschmaschinen und Trockner schalten sich dann ein, wenn die Speicher voll sind und die Sonne scheint. Sicherlich wird es noch einige Jahre dauern, bis eine nennenswerte Zahl von Haushalten unabhängig von den großen Konzernen ihren Strom selbst erzeugen kann, doch die hohen Energiepreise führen dazu, dass jeden Monat mehr Blockheizkraftwerke und Solaranlagen zur Selbstversorgung installiert werden.

Foto: SERC Field Trip 13

 

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