Ein normaler Tag ist 86.400 Sekunden lang, doch der 30. Juni in diesem Jahr wird 86.401 Sekunden haben. Warum? Weil seit 1972 die Atomuhren mit der Sonnenzeit abgeglichen werden. Eigentlich wäre diese Tatsache nicht groß erwähnenswert, doch Techniker fürchten sich vor diesem Tag.

Die IT-Systeme verschlucken sich an der zusätzlichen Sekunde

Zum letzten Mal wurde 2012 „an der Uhr gedreht“ und die großen Rechenzentren der Erde hatten damit zum Teil erhebliche Probleme. Linuxserver zogen damals deutlich mehr Strom und auch Fluglinien und große Webseiten mussten einige Probleme bewältigen, wie bei n-tv nachzulesen ist. Der Grund für die Schwierigkeiten ist, dass eine Schaltsekunde nicht wie ein Schaltjahr alle vier Jahre im Kalender steht und damit berechenbar bleibt. Wann eine Schaltsekunde notwendig wird, bestimmt der International Earth Rotation and Reference System Service. Nach Erdbeben oder beim Bruch eines Staudamms dreht sie sich schneller und dann kann eine angesagte Schaltsekunde auch wieder abgesagt werden. Diese Unsicherheit lässt sich nicht programmieren und daher „verschlucken“ sich die Systeme. Bis vor einigen Jahrzehnten drehte sich die Erde zuverlässig einmal in 24 Stunden um die eigene Achse, doch nun muss nachjustiert werden, damit in einigen zehntausend Jahren nicht der Tag plötzlich zur Nacht wird.

Man diskutiert über eine Abschaffung der Schaltsekunde

Wegen der Probleme für die digitale Welt werden die Stimmen zur Abschaffung der Schaltsekunde immer lauter. Im Alltag wäre die Verschiebung für die nächsten Jahrhunderte nicht spürbar, doch trotzdem gibt es auch viele Befürworter und eine baldige Abschaffung ist wohl nicht zu erwarten. In der Computerwoche ist nachzulesen, wie Google mit der zusätzlichen Sekunde umgeht. Man fügt den eigenen Systemuhren vor Mitternacht am 30. Juni immer wieder eine Millisekunde zu, bis die Sekunde voll ist. Diese kleinen Abweichungen werden automatisch und ohne Probleme vom System korrigiert und damit ist mit einem Ausfall von Google-Diensten an diesem Tag nicht zu rechnen.

Foto: ctzn cc

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