Am Montag startete eine Kooperation der Deutschen Bahn und Google in Berlin, die die Informationsmöglichkeiten für Fahrgäste verbessern soll. Google wird ab sofort Zugverbindungen in seinen Kartendienst aufnehmen und startet seinen „Google Transit“-Service, ausgelegt auf den Nah- und Fernverkehr. Über einen direkten Link gelangt der Kunde zum Auskunftssystem der Deutschen Bahn und zum Ticketverkauf.

Birgit Bohle vom DB Vertrieb erklärt die Zusammenarbeit: „Wir liefern die Rohdaten des Sollfahrplans, Google rechnet und dann kommen die Kunden hoffentlich am Ende des Tages zu uns“. Über zwei Jahre wurde das Projekt von 15 Mitarbeitern beider Unternehmen vorbereitet: „Wir haben gemeinsam festgestellt, dass es nicht so einfach ist, aus Rohdaten eine ordentliche Auskunft zu basteln.“ Der Google-Algorithmus musste erst angepasst werden.

Der Nutzer kann unterschiedliche Abfahrts- und Ankunftszeiten eingeben und aus verschiedenen Verkehrsmitteln auswählen. Dies kann im Wesentlichen auch über die Google Maps App oder unter m.google.de ausgeführt werden, wobei es wegen der hohen Komplexität im mobilen Netz aber keinen Direktlink zur Bahn geben wird.

Laut Raphael Leiteritz (Manager von Google) sind in Google Transits inzwischen mehr als eine Million Bushaltestellen und Bahnhöfe in 500 Regionen eingebaut. Mit monatlich einer Milliarde Nutzern handelt es sich um das „größte öffentliche Nah- und Fernverkehrsauskunftssystem der Welt“. Leiteritz räumte allerdings ein, dass außer der S-Bahn Informationen aus dem ÖPNV noch nicht vorhanden sind. Daran werde aber schon intensiv gearbeitet.

Die Integration ist kostenfrei, erklärte der Google Manager: „Wir sind ein Werbeunternehmen und fangen an, uns über eine Monetarisierung von Maps Gedanken zu machen.“ Zunächst sollen mehr Nutzer erreicht werden. Der Chef von Google Deutschland, Stefan Tweraser, bezeichnete die Kooperation als „wichtigen Schritt, um Google Maps für Kunden angenehmer zu machen“.

Kritiker von Netzpolitik.org klagen darüber, dass die Bahn nur den Kartendienst von Google nutze und nicht freie Alternativen wie zum Beispiel OpenStreetMap. Sie fordern die Deutsche Bahn auf, die Informationen für jeden als offene Daten zur Verfügung zu stellen.

Ulrich Homburg von der Bahn erklärte, man sei „sehr wohl bereit“ die Daten auch an andere Dienste und Suchanbieter zu liefern. Entscheidend sei, dass die Projekte kontrollierbar blieben.

 

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