Der russische Vizepremierminister Dmitri Rogosin teilte am Dienstag in einer Radiolivesendung mit, dass er auf dem Mond eine Forschungsstation errichten möchte: „Ich würde vorschlagen, eine große Aufgabe zu lösen. Eine solche Aufgabe könnte der Bau einer Mondstation sein“. Rogosin, der auch für die Rüstungsindustrie zuständig ist, erklärte damit ließen sich die Probleme lösen, die Russland seit 20 Jahren im Wettbewerb mit anderen Ländern hätte. In der Internationalen Raumstation habe man gelernt, mit dem Umstand der fehlenden Gravitation zu arbeiten. Rogosin sagte weite: „Warum kann man nicht versuchen, unter den Bedingungen geringer Gravitation zu arbeiten? Das ist eine große, angesehene und politische Aufgabe“.

Weiterhin hoffe er, dass die nächste Internationale Raumstation auf einem anderen Planeten außerhalb der Erdbahn umgesetzt wird. Igor Lissow, Redakteur und Kommentator von „Nowosti Kosmonawtiki“, der „Kosmonauten-Nachrichten“, meinte jedoch eine Raumstation auf dem Mond sei ein realistisches Ziel, da etwa der Flug zum Mars zu teuer und zu weit sei.

Nach Rogosins Vorstellungen soll Russland wieder Weltraummacht werden und 2015 mit der ersten Phase der Mondforschung beginnen. Mit den zwei Raumsonden Luna-Glob und Luna-Resurs soll der Mond erforscht werden. Zwei neue Rover, die sich 30 Kilometer von ihrem Landepunkt entfernen können, würden in der zweiten Phase für fünf Jahre auf eine Mission in den Polargebieten des Mondes geschickt werden. Eine bemannte Forschungsstation ist nach 2023 geplant.

Im vergangenen Jahr kam es in Russland zu zahlreichen Fehlstarts. Mehrere Satelliten sowie die wichtige Mondsonde Phobos-Grunt gingen verloren. Fünf Milliarden Rubel, etwa 125 Millionen Euro, wurden dabei auf einen Schlag vernichtet. Im August verfehlten zwei ins All geschossene Satelliten ihre Umlaufbahnen. Russlands Premierminister Dmitri Medwedew bezeichnete die sechs fehlgeschlagenen Weltraumstarts in den letzten anderthalb Jahren als ,,Schande‘‘. In die russische Forschungstechnik sollen in den nächsten Jahren 670 Milliarden Rubel (etwa 16,5 Milliarden Euro) fließen: „Das ist eine beträchtliche Summe. Wir können nicht zulassen, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Fenster geworfen wird“.

Rogosin sprach davon, das Mondforschungsprogramm stark zu überwachen. Die Führungskräfte in der Weltraumforschung müssten auf den Prüfstand gestellt werden. Personelle Veränderungen hat es bereits gegeben. Experten sind hingegen der Ansicht, dass verstärkt neue Mitarbeiter ausgebildet werden müssen.

 

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