Eine neue digitale Revolution steht ins Haus, ja, sie hat bereits spürbar begonnen: Die Virtual Reality war bis vor einigen Jahren noch eine pure Utopie, zumindest in den hochauflösenden Varianten, die jetzt zügig auf den Markt drängen. Zu wenig Arbeitsspeicher, niedrige Framerates und eingeschränkte Sichtfelder zu relativ hohen Preisen machten die ersten VR-Brillen zu absoluten Verkaufsflops – lediglich in der Industrie wurden einige Brillen für die Produktentwicklung verkauft. Doch spätestens seit Facebooks Oculus Rift zu Beginn des Jahres erschienen ist, steigt das Interesse rasend schnell, und das ganz zu Recht: Denken wir einfach einmal über die vielfältigen Möglichkeiten nach, die uns damit ins Haus stehen!

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Virtual Reality von 1994 bis ins Jahr 2016 – und darüber hinaus

Unglaubliche 22 Jahre ist es her, dass die US-Firma Forte ihr Virtual Reality Headgear auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorstellte. Forte VFX 1 nannte sich der Frühstarter, einige namhafte Softwareproduzenten stellten sogar passende Games dafür zur Verfügung. 1800 DM kostete das gute Stück damals, es wurde in zahlreichen einschlägigen Magazinen vorgestellt. Die grobe Grafik mit 320×200 Pixeln und der doch noch recht hohe Preis schreckten jedoch viele User ab, es war einfach noch zu früh für den großen Durchbruch der Virtual Reality.

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Die Oculus Rift mit ihren 1200 x 1080 Pixeln erreicht heute ganz andere Werte, mit 699 Euro liegt auch der Preis in einem besser leistbaren Bereich. Sie ist mit der Xbox One kombinierbar, und mit dem Würfelwelten-Spiel Minecraft steht auch schon ein Big Player des weltweiten Spielemarktes als VR-Version in den Startlöchern. Auch Sony steigt in den heißen Trend mit ein, der Release der Playstation VR steht kurz bevor, während sich die Rift und die HTC Vive bereits um die potentiellen Käufer rangeln. Vor allem die Spielefans stehen in erster Reihe, wenn es darum geht, die neuen High-End-Geräte für sich zu erobern, doch das muss nicht so bleiben. Denn die Virtual Reality wird bald schon viel mehr als reines Gameplay zu bieten haben!

»Unterwegs« mit Bewegungssensoren und Datenhandschuhen

Die moderne Virtual-Reality-Brille wartet nicht nur mit einem hochauflösenden Head Mounted Display inklusive 3-D-Optik auf, sie besitzt auch Sensoren zur Bewegungserfassung. Durch einfaches Kopfdrehen verändert sich so der Blickwinkel und mit einem passenden Tracking System wie das Lightouse Tracking von Valve lassen sich sogar Spaziergänge durch den Raum mit der digitalen Welt synchronisieren. Datenhandschuhe ermöglichen es dem User, virtuelle Objekte mit den Händen und Fingern zu manipulieren, sie aufzuheben, zu werfen oder einzustecken. Die meisten Systeme werden allerdings zu Anfang mit simplen Controllern funktionieren, als Upgrade gibt es dann vielleicht später noch die smarten Handschuhe. Sich in dreidimensionalen künstlichen Welten zu bewegen und diese sogar verändern zu können, bietet eine perfekte Basis für virtuelle Reisen, Home-Games, Sporterlebnisse und künstlerische digitale Acts.

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Wohnzimmerreisen: Ich bin dann mal weg!

Ohne Rucksack und Verpflegung, nur mit dem Display vor Augen, starten wir vielleicht demnächst in unseren abendlichen Kurzurlaub. Wir wandern über die Höhenzüge der Alpen und genießen die Aussicht weit über die Schweiz bis hin zum Bodensee oder wir genießen einen kurzen Ausflug nach Island, um dort einen Vulkankrater zu erklimmen und ohne jede Gefahr hinab in die Flammenhölle zu schauen. Auch der Amazonas steht uns jederzeit offen, wir müssen nur das VR-Gerät anschalten für ein intensives Rendezvous mit dem reißenden Fluss und seinen uralten Mangroven. Auch wenn dies natürlich keine echten Reisen ablösen wird, so sollen zukünftig virtuelle Reisen den Menschen als Erholung aus den eigenen vier Wänden dienen.

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3D-Home-Games: Der private Poker-Club für Daheim

Auch die Home Games werden wahrscheinlich eine erstaunliche Aufwertung erfahren, denn zu einer gemütlichen Pokerrunde mit Freunden gehört schließlich untrennbar das entsprechende Ambiente. Der private Pokerclub erhält im virtuellen Raum einen echten Croupier und eine täuschend echte, edle Ausstattung inklusive Profi-Pokertisch. Die Mitspieler müssen gar nicht real anwesend sein: Onkel Herbert wird aus Andalusien zugeschaltet, wo er sein Rentnerdasein genießt, und Julia hockt 2000 km entfernt in ihrer Studentenbude. Trotzdem erscheinen alle zum abendlichen Home Game in Christians Wohnzimmer, schon ganz gespannt darauf, wem die Göttin des Glücks heute ihr zartes Lächeln schenkt. Auch für Pokerclubs und Freundes-Cliquen wird so die gemütliche Zockerrunde zukünftig von überallaus stattfinden können.

Aufregende Sportevents ansehen und selbst erleben

Die dreidimensionale Aufwertung des Sportprogramms kann endlich mit vollem Schwung starten! Ob Fußball, Skispringen oder Turnen: Mit der VR-Brille erleben die Zuschauer ihre Lieblingssportler hautnah, stehen mit ihnen oben auf der Piste kurz vor dem Absprung, verfolgen jede einzelne geschmeidige Bewegung, erkennen die leicht geneigte Kurve, die den Ball auf das Tor zutreibt. Die Virtual Reality lädt nicht nur zum Zuschauen ein, sondern auch zum Mitmachen: Wer sich bisher nicht wagte, mit dem Kanu durch Stromschnellen zu paddeln, am Gleitschirm über das Tal zu schweben oder mit dem Schlitten die Bob-Bahn herunterzukurven, wird jetzt eine neue Chance erhalten. Abenteuer und Extremsport werden zugänglich für alle, zumindest in lebensechter Kopie, doch ganz ohne Risiko. Auch für die Sportler selbst ermöglichen sich so völlig ungeahnte Trainingsmöglichkeiten, um die extremen Leistungen noch weiter herauszukitzeln.

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Kunst und Kreation: Nach Lust und Laune den virtuellen Raum gestalten

Der dreidimensionale virtuelle Raum lädt natürlich auch dazu ein, die eigene Fantasie ins Spiel zu bringen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Softwareproduzenten in Zukunft auch diesen Bereich abdecken, beispielsweise mit Programmen, die dazu dienen, digitale Landschaften zu erstellen, Gebäude zu errichten oder Skulpturen zu gestalten – Minecraft ist da sicher erst der Anfang. So werden fantastische Welten, die bislang nur in den Köpfen einzelner Menschen existierten, für viele Nutzer erlebbar. Die entstandenen Werke lassen sich über das Internet teilen, auch eine gemeinsame Arbeit mehrerer Personen an einem digitalen 3-D-Projekt ist möglich. Als Krönung lässt sich das Endprodukt noch mit dem 3-D-Drucker in die wirkliche Welt transportieren, so schließt sich der Kreis zur anfassbaren Realität!

 

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